Hildegard von Bingen

10.09.2022

Im Monatsboten vom September nimmt unser Pastoralpraktikant und Diakon Herbert Kramert die heilige Hildegard in den Blick. Wir feiern ihren Gedenktag am 17. September. In unserer technisierten Welt kann sie uns helfen, den Blick auf die göttliche Offenbarung zu richten.

Liebe Schwestern und Brüder aus St. Anton und St. Ulrich und Afra,

ich möchte die heilige Hildegard von Bingen in den Blick nehmen, deren Gedenktag wir am 17. September begehen. Hildegard von Bingen ist bis heute einzigartig in der deutschen Geschichte. Mensch, Umwelt, Leib und Seele, alles steht laut Hildegard in stetiger Verbindung.

Bemerkenswert sind die vielfältigen Werke, welche Hildegard uns hinterlassen hat. Bekannt geworden ist die heilige Hildegard von Bingen in unserer Zeit durch viele Bücher zu dem Thema Klosterheilkunde. Zu diesem Themenkomplex gibt es viele Bücher.

Ich möchte aber eine andere Schrift Hildegards herausnehmen: Scivias „Wisse die Wege“. Das Verhältnis zwischen Gott und Mensch war ein zentrales Thema von Hildegards Visionen, die sie in diesem Buch niedergeschrieben hat. Der gläubige Mensch soll in dieser Schrift konkrete Lebens- und Glaubenshilfe finden, denn es geht um Wege, auf denen Gott uns Menschen zu sich führen will. Ausgangspunkt dieser Schrift ist die Erschaffung des Menschen als Ebenbild und Gleichnis Gottes nach Gen 1,26f.

Gott erweist sich als Schöpfer, als der je größere und der andere, der sich von seinen Geschöpfen unterscheidet. Der Mensch wird bei Hildegard auch immer als ein in Freiheit Handelnder dargestellt, der die Wahl hat, sich der Gnade Gottes zu öffnen oder zu verschließen. Hildegard sieht den Menschen als Abbild Gottes in der ganzheitlichen Einheit von Leib und Seele und damit als Gegensatz zu der platonischen Bevorzugung des Geistigen vor dem Materiellen.

In unserer technisch-mechanisierten Zeit erfährt sich der Mensch oftmals nicht mehr als gottgewollt, sondern als zufälliges Produkt. Die Heilige kann in unserer Zeit helfen, den Blick auf die göttliche Offenbarung zu richten. Der Mensch soll aus dieser Quelle schöpfen.

Die Heilige Hildegard möge uns helfen, unseren Horizont für eine größere Realität zu öffnen, die im Glauben erfassbar wird.

Ihnen allen wünsche ich schöne, sonnige und erholsame Tage im September.

Ihr
Herbert Kramert, Diakon

 

Siehe auch

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