Jesus Christus, unsere Hoffnung

21.12.2021

„Gott tritt herein in unsere Welt, wie sie ist, mit all ihren Tatsachen, ihrem Leid und ihren Tränen. Aber mitten in diese Welt hinein ist uns eine unverbrüchliche Hoffnung gestellt: Jesus Christus!“ Diese Gedanken stammen aus dem Editorial unseres Weihnachtspfarrbriefes. Pfarrer Christoph Hänsler geht darin nochmal auf die große Fahne ein, die im vergangenen Jahr an Heilig Abend am Turm der Basilika zu sehen war: „Fürchtet euch nicht!“

Diese Fahne war vor einem Jahr an der Basilika zu sehen (Foto: Donata Demartin)

Liebe Pfarrgemeinde,
liebe Leserinnen und Leser!

Zwei Jahrzehnte lang war die deutsche Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Seit dem vergangenen August ist dies Geschichte. Sehr schnell gewannen nach dem Abzug andere Themen in der Berichterstattung wieder die Oberhand.

Angesichts der Ereignisse erinnerte ich mich an einen Text zurück, den ich vor ca. zwei Jahren zugeschickt bekam: „Weihnachten in Afghanistan“. Dieser sehr bewegende Text stammt von einem Augsburger Bundeswehrangehörigen, der bei diesem Auslandseinsatz dabei war. Einige Passagen möchte ich gerne wiedergeben:

„Heiliger Abend viele tausend Kilometer weg von zu Hause. Wegen akuter Gefährdungslage ist das Tragen der Schutzwesten erforderlich. Kein Lichterglanz im Lager - zu sehr würde man als Ziel im Visier möglichen Beschusses stehen. […]

Es fällt innerlich schwer, die Bahn für Weihnachten zu bereiten. Wochenlang habe ich am Keyboard ein paar Weihnachtslieder geübt, damit wir in der Christmette mit Begleitung singen können. Quälend lange zieht sich der Tag dahin. Und dann - die Christmette. In tagelanger Arbeit wurde eine Instandsetzungshalle zur Kirche umgebaut. Unglaublich, was die jungen Menschen geschaffen haben. Eine warme Atmosphäre, ein beleuchteter Weihnachtsbaum, ein Kreuz, eine Krippe und warmes Licht im ganzen Raum schaffen ein Gefühl der Ruhe und der Ehrfurcht. Nie sind die Worte der heiligen Schrift so ins Herz gegangen wie hier - als ob die Engel es einem persönlich verkündigen wollten.

Und ja - es geschieht. Als ich zum Abschluss das Vorspiel von „Stille Nacht“ beginne, erhebt sich ohne Aufforderung plötzlich jeder im Raum und alle fassen sich an den Händen. Ein Moment, den niemand jemals vergessen wird. Denn alle begreifen: Weihnachten findet nicht nur zu Hause in Deutschland in der Stube statt, sondern in deinem Herzen. Du musst die Tür öffnen und Raum schaffen für das Wunder der Weihnacht und dann erfüllt dich von innen der Glanz dieser Nacht.“

Bestimmt kann sich der Autor dieser Zeilen wiederfinden in dem Satz, der auf der Titelseite unseres Pfarrbriefs zu lesen ist: „Fürchtet euch nicht!“ Das Foto zeigt dieses Schriftwort (Lk 2,10) auf der großen Fahne, die wir letztes Jahr an Weihnachten am Turm der Basilika angebracht hatten.1 Als Wort der Ermutigung, entnommen dem Evangelium der Heiligen Nacht, war dies mitten in die Corona-Krise hineingesagt.

Doch es gibt in jedem Jahr, zu jedem Zeitpunkt, verschiedenste Dinge, die zu Beunruhigung Anlass geben können, zu Sorge und Angst. Trotzdem heißt es in der biblischen Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“ Denn Gott ist in die Welt gekommen, er ist mit uns auf dem Weg und weiß um uns.

Der Soldat, der jenes Weihnachten in Afghanistan erlebte, hat diese Erfahrung gemacht. Er schreibt: „Lange konnte ich kaum verstehen, wie Menschen, die in größter Not sind, in Lebensgefahr oder ihrer Freiheit beraubt, voller Zuversicht Weihnachten feiern und begreifen können - meine Kameraden und ich wissen es jetzt.“

Unser Glaube blendet all das Schwere, das es gibt, nicht einfach aus. Weihnachten ist nicht in erster Linie eine Idylle, sondern Gott tritt herein in unsere Welt, wie sie ist, mit all ihren Tatsachen, ihrem Leid und ihren Tränen.  Aber mitten in diese Welt hinein ist uns eine unverbrüchliche Hoffnung gestellt: Jesus Christus! Der Menschgewordene ist unser Erlöser und Retter – in ihm steht uns der Himmel offen. Durch Christus, der den Tod überwunden hat, bekommt alles eine neue Perspektive.

Zugleich wächst uns allen auch eine neue Verantwortung zu: Dass wir Zeugen sind für die Ewigkeit Gottes, dessen Reich schon hier in dieser Welt beginnt, wenn wir Seite an Seite mit Christus gehen, seinen Frieden in die Welt tragen helfen und sein Licht zum Leuchten bringen.

Ihnen allen wünsche ich - auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarrei - von Herzen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Ihr
Pfarrer Christoph Hänsler

1)  Die Fahne "Fürchtet euch nicht!" ist heuer im Inneren der Basilika angebracht

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