Maria: Vorbild der Gottesfurcht

01.05.2022

Gerade jetzt im Mai können wir in besonderer Weise über die Gottesfurcht nachdenken. Sie ist eine der sieben Gaben des heiligen Geistes und hat auch Eingang in das Magnifikat gefunden, den Lobgesang Mariens.

Liebe Pfarrgemeinde!

Die Verehrung Mariens hat im Monat Mai traditionell ihren besonderen Platz.

Von Maria sind nicht allzu viele Worte überliefert. Doch verdanken wir ihr eine großartige Dichtung im Neuen Testament: Den Lobgesang des Magnifikat.

Im Bericht des Evangelisten Lukas lesen wir, dass Maria „selig“, das heißt ganz von Gottes Geist erfüllt war, als sie ihren Lobgesang sprach.

Im Magnifikat spiegelt sich wider, durch welche Haltung Gott gegenüber Maria geprägt war; ihre ganze Person wird in diesem Lied sichtbar wie in einem Portrait.

Einem Satz des Magnifikat möchte ich näher nachgehen: „Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.“

Maria spricht hier von der Gottesfurcht. Die Gottesfurcht ist eine der sieben Gaben des heiligen Geistes, doch man kennt sie bisweilen wenig oder weiß nicht recht, was man mit ihr anfangen soll.

Gottesfurcht beziehungsweise Ehrfurcht vor Gott ist nicht Angst, denn vor unserem himmlischen Vater brauchen wir keine Angst haben. Viel eher kommt der Begriff Respekt dem Gemeinten nahe.

Gott ist der Urgrund unseres Daseins, unser Schöpfer. Und er ist auch unser Erlöser: Jesus Christus hat allen seine Liebe erwiesen bis in den Tod. Unser ganzes Leben, sein Sinn, sein Ziel, gründet auf der Liebe Gottes.

Daher ist Ehrfurcht eine geradezu notwendige Haltung: Der Respekt vor Gott entspringt unserer Sorge, diese Liebe, auf der unser Leben gründet, nicht zu zerstören.

Benedikt XVI. schreibt: „Gottesfurcht ist jenes Bewusstsein für die Verantwortung, das wir haben müssen, Verantwortung für den Teil der Welt, der uns im Leben anvertraut ist; Verantwortung, diesen Teil der Welt und der Geschichte, der wir sind, gut zu verwalten und so dem rechten Aufbau der Welt, dem Sieg des Guten und des Friedens zu dienen.“

Schauen wir auf große Themenfelder unserer derzeitigen geschichtlichen Situation: Wir sind Zeitzeugen eines erschütternden Krieges; wir sehen die Ausbeutung der Erde; wir erkennen, dass der Lebensschutz immer geringeren Stellenwert einnimmt.

Gottesfurcht lässt uns den Schmerz über die aktuelle Weltlage umso tiefer fühlen; und sie ist uns Anstoß, in unserem Bereich achtsam und maßvoll umzugehen - aus Ehrfurcht und Verantwortung gegenüber dem, der alles Leben trägt.

Mit diesen Gedanken darf ich Ihnen einen schönen und gesegneten Marienmonat Mai wünschen!

Ihr
Pfarrer Christoph Hänsler

 

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