Mit Maria am Puls der Zeit

01.05.2021

Die Gottesmutter Maria kann uns in mit ihrem „Fiat“, mit ihrem Ja zu Gottes Botschaft zur Antwort auf Krisen in Kirche und Welt, aber auch zur Antwort auf unsere eigenen Nöte werden. Gedanken zum Marienmonat Mai von Pastoralreferent Michael Widmann.

Liebe Brüder und Schwestern unserer Pfarreiengemeinschaft,

wir sind im Marienmonat Mai angekommen. Die Kirche lädt zu Maiandachten ein und ermuntert zum Rosenkranzgebet. Für manch einen mögen geschmückte Marienaltäre, gefühlvolle Lieder und traditionelle Frömmigkeit so gar nicht in eine Zeit passen, in der sich die Tageszeitungen vornehmlich für Corona und wenn überhaupt dann nur für „Kirchenkrise“ und „Maria 2.0“ interessieren.

Tatsächlich zeigte sich aber die Gottesmutter schon vor über 100 Jahren am Puls der Zeit – wenn man denn bereit ist, ihre Botschaft von Fatima anzunehmen (was man freilich nicht muss): Sie sprach von Kriegen, Hungersnöten und Kirchenverfolgungen. Und eben anlässlich des 50-jährigen Jubiläums dieser Erscheinungen empfahl Papst Paul VI. 1965 die besondere Verehrung Marias im Mai, „um das christliche Volk zu öffentlichem Gebet einzuladen, sooft die Nöte der Kirche oder eine drohende Weltgefahr dies verlangten“.

Der Blick vom Maialtar zeigt es: Die Gottesmutter erschließt uns ihren Sohn Jesus und damit die Erlösung (Foto: Nicolas Schnall/PBA)Vor einem Jahr hat denn auch unser (damals bereits ernannter) Bischof Bertram das Bistum der Gottesmutter geweiht. Er sagte: „Maria ist der Stern auf unruhiger See, Orientierung in den Nächten und Dunkelheiten, Lichtblick in den undurchsichtigen und nebeligen Etappen, die wir als Kirche gerade bestehen müssen. Maria, der Meeresstern, ist uns Wegweiser und Orientierungspunkt.“

Der Fingerzeig nach oben mag modernen Geistern ebenso fremd vorkommen wie das berühmte „Fiat“ Mariens, das sie zum Erzengel Gabriel sprach: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Näher scheint ihnen ein Vers aus dem „Magnificat“, wo Maria über Gott sagt: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“

Das eine ist das Spiegelbild des anderen: Gott konnte Großes an Maria tun, weil sie ihr Fiat sprach. Und damit wurde der Sohn Gottes selbst „geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt“, wie Paulus schreibt (Gal 4,4). Durch die Hingabe Jesu am Kreuz haben wir die Sohnschaft erlangt: „Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn“ (Gal 4,7).

Wenn wir mit Maria zu Jesus gehen, stürzt Gott die Mächtigen vom Thron, weil wir dann nicht mehr „Sklaven der Götter“ sind, „die in Wirklichkeit keine sind“ (Gal 4,8). Der Marienverehrer Martin Luther hat das sehr schon gesagt: „Woran du nun dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott.“

Woran hängt unser Herz? Gerade in der Corona-Krise stellt sich uns die Frage nach unserem letzten Halt: Ist es der Staat, die Gesundheit, das nackte Überleben oder die Impfung? Was bleibt am Ende? Worauf hoffen wir? Wem vertrauen wir? Wer sagt die Wahrheit? Und woran soll sich die Kirche orientieren? An den Erwartungen der Leute? An anderen Kirchen? Oder an Schrift und Tradition?

Maria konnte deshalb zum Gefäß des Erlösers werden, weil sie neben Gott keine anderen Götter kannte, weil sie allein seinem Engel gehorchte.

 

Eine gute Andacht wünscht

Michael Widmann,
Pastoralreferent

 

Den Text der Marienweihe unserer Diözese gibt es auf den Seiten des Bistums.

Die Termine unserer Maiandachten finden Sie jeweils in unserem Gottesdienstanzeiger.

Siehe auch

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